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Theodor Hierneis: König Ludwig II. Speist – Erinnerung seines Hofkochs - Sachbuch -

Theodor Hierneis: König Ludwig II. Speist – Erinnerung seines Hofkochs - Sachbuch -
Eine Plauderei aus dem Kochtopf, nach dem Motto was Sie eigentlich vom „Kini“ gar nicht wissen wollen, aber Sie doch offensichtlich brennend interessiert, tische ich ihnen jetzt „portionsweise“ z.B. als Betthupferl auf.                      Fazit: Schmankerl und Aufgewärmtes! - Leicht zu verdauende Kost mit „sagenhaftem“ Geschmack“!
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Jhumpa Lahiri: Das Tiefland

DieAutorin bengalischer Eltern wurde 1967 in London geboren. Aufgewachsen ist die Pulitzer-Preis-Gewinnerin in den USA auf Rhode Island. Ihre Geschichte handelt von zwei unterschiedlichen Brüdern, Subhash und Udayan, die im Tiefland in der Nähe von Kalkutta aufwachsen. Der eine ist Marxist und kämpft um Freiheit, der andere geht nach Amerika und arbeitet als Wissenschaftler. Jhumpa Lahiri erzählt ihre verwobene Story einfühlsam und spannend, sodass ichmich von der ersten bis zur letzten Seite informiert und unterhalten fühlte.

Reto Hänny: Flug

Ich las die erste Fassung dieses Romans von 1984 des ausgebildeten Volksschullehrers. Er wurde 1947 in Graubünden geboren. Eine neue „übermalte“ Fassung erschien 2007. In seinen Ausführungen, in denen sich Elemente eines Entwicklungsromans finden, schickt der Autor seinen Protagonisten quasi auf einen „Flug“ aus einem Bauerndorf hinaus in die Welt. Retos Schreibstil ist ein besonderer und damit für den Leser eher gewöhnungsbedürftig. So arbeitet er mit ausgefallenen Sprachbildern, mischt Sprache und spielt mit ihr, mit dem Ziel sie zum Klingen zubringen. Für mich überreizt er seine stilistischen Elemente ein wenig, weil sie den Textkern in den Hintergrund stellen und somit für mich den Lesefluss hindern, der nötig ist, um sich in die Geschichte hineinfallen zu lassen. Zudem zeigt sich schließlich, dass Reto Hänny seiner These treu bleibt, dass Literatur immer aus Literatur entsteht und arbeitet mit „Zitaten“ aus Romanen anderer Autoren. Fazit: Ein Schuss zu viel Experime…

John Burnside: Haus der Stummen

Wieder einmal fesselte mich ein Roman dieses Autors von der ersten bis zur letzten Minute! Man kann es schon „starken Tobak“ nennen, was Burnside in seinem „Haus der Stummen“, übrigens sein erster Roman, über das, was Menschen anderen Menschen antun können, schreibt. Er zeigt, dass ein Mensch unberechenbarer und brutaler sein kann, als jedes andere Lebewesen, wenn er von abstrusen Gedanken zu töten getrieben wird und sich dabei scheinbar als Forscher gibt, der sich von seinen niedrigsten Instinkten leiten lässt, um der Seele seines Opfers nachzuspüren! Als Leser gerät man in einen Sog des Grauens, der einen über das Ende des Romans hinaus nicht so leicht loslässt.

Eva Leidmann: Wie man sich bettet

Dieser Roman mit autobiografischen Zügen erschien 1933. Die Geschichte spielt in München und handelt von einer Kellnerin und deren Erfahrungen mit den "Mannsbildern". Es ist erstaunlich wie die Autorin die männliche „Spießer-Welt"und „Spießer-Denke" der damaligen Zeit entlarvt! Allerdings ist es kein Wunder, dass die Nationalsozialisten Eva Leidmanns emanzipatorischen Ton nicht duldeten. Und so fiel ihr Roman noch im Jahr seines Erscheinens den Bücherverbrennungen zum Opfer. Eva Leidmanns Werk steht den heutigen Frauenromanen, literarisch in nichts nach! Allerdings müssen sich diese leider auch im 21. Jahrhundert immer noch mit der von Vätern und Männern geprägten, kontrollierten und repräsentieren Gesellschaft auseinandersetzen. Die in Burghausen geborene Autorin Eva Leidmann, die auch Drehbücher schrieb, starb 1938 mit 49 Jahren in Folge einer Blinddarmoperation in ihrer Wahlheimat Berlin.

Nagib Machfus: Der Rausch

Der ägyptische Autor (1911-2006), der u. a. als „Pharao der Literatur“ apostrophiert wird, schrieb diesen Roman 1965. Er erschien 2005 auf Deutsch. Im Mittelpunkt der Story steht der Kairoer Anwalt Omar al Hamzawi, der in seiner Midlife-Crisis aus der Welt scheiden will. In dieser Situation taucht ein Freund aus alten Zeiten auf, der zusammen mit ihm 20 Jahre zuvor für ein besseres Ägypten kämpfte. Er, der seine Haftstrafe abgesessen hat ohne seine alten Kameraden zu verraten, verblüfft den Anwalt mit seiner jovialen Art ihm gegenüber. Allerdings findet dieser keine passenden Worte für das Verhalten seines Gegenübers. Ganz überzeugen konnte mich dieser Roman nicht! Was allerdings für mich als positives Fazit für ihn spricht, ist, dass er sich durchaus als Appell für Humanität und Freundschaft verstehen lässt.

Robert Louis Stevenson: Der merkwürdige Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Stevenson, weltbekannt durch seinen Roman „Die Schatzinsel“ thematisiert zum Ende des 19. Jahrhunderts in diesem Werk das Doppelgängermotiv. Wobei sich die Frage stellt, geht es in dieser Geschichte - die mir sehr gut gefiel -, um zwei verschiedne Wesen oder handelt es sich um eines, das zweigeteilt ist? Sozusagen frei nach Goethes Motto: „Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust!“ Wenn dies so wäre, würde es sich bei der Darstellung um die einer gespaltenen Persönlichkeit handeln, die für das Rätselhafte, das Dunkle im Menschen, sprich für sein Unterbewusstsein steht? Und Stevenson nähme seine Leserinnen und Leser quasi auf eine Art Selbstfindungstrip mit, bei dem er ihnen ihren eigenen Dr. Jekyll bzw. ihren eigenen Mr. Hyde vor Augen führt!