Direkt zum Hauptbereich

Posts

Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita

Ein fantastischer Roman, der in satirischer Art und Weise die Wirklichkeit Russlands (konkret Moskaus) der Stalinära beschreibt. Aber bei genauer Sichtweise lassen sich sogar einige Parallelen zum realen Russland und seiner ehemaligen Republiken sowie in anderen autoritärer Staaten der Welt erkennen. Wie beispielsweise das willkürliche Verhaften, das plötzliche Verschwinden und das Töten kritischer Gegner, wie Journalisten, Politiker, Wirtschaftsgrößen etc.. Und vor allem das Lügen, das allerdings zurzeit aber auch im (wilden) Westen ganz oben auf der Agenda steht!!!
Übrigens, Bulgakows Roman „Der Meister und Margarita“ gehört - nicht nur vom Thema her - mit Goethes Drama „Faust" (I + II) und Thomas Manns „Mephisto“ in einem Atemzug genannt. Ein Muss für Liebhaber von Weltliteratur!
Letzte Posts

Agota Kristof: Das große Heft

Dieser Antikriegsroman, in dem Notizen männlicher Zwillingskinder im 2. Weltkrieg in Ungarn im Mittelpunkt stehen, ist nichts für schwache Nerven, denn er bietet starken Tobak. Weil Krieg herrscht, leben sie bei ihrer heruntergekommenen Großmutter. Diese beutet ihre Enkel aus! Die zwei verwahrlosten Jungs erschaffen sich, um zu überleben, eigene Moralbegriffe und stumpfen physisch und psychisch total ab. Mit der Zeit ertragen sie Schmerzen und erlernen das gefühllose Töten! Das grausame, überragend geschilderte Szenario ist ein einziger Aufschrei gegen den Krieg und gegen das Vergessen! Wie viele Bücher dieser Art benötigt die Welt eigentlich noch???







Henry James: Washington Square und F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby

Die zwei oben genannten Romane wurden in „Lolita lesen in Teheran" besprochen! Ich las sie bisher nicht und holte dieses nun nach. Ich denke, dass sie vor allem aus (weiblicher) iranischer Sicht sehr interessant sind. Beide Romane sprechen die Themen Selbstbestimmung, Freiheit und Individualismus an. Diese Themen sind bis heute nur in der westlichen Welt für Frauen (seit ca. Mitte der 1970er Jahre) zu verwirklichen! Dieser skandalösen Tatsache wird leider viel zu wenig Beachtung geschenkt!!! Für mich wirken "Washington Square" und  "Der große Gatsby"  eher antiquiert.

Michael Köhlmeier: Abendland

Der unchronologische Ablauf des Romans macht ihn ein wenig interessant und vermittelt ein bisschen Spannung. Ansonsten kommt mir der Autor wie sein Icherzähler Sebastian Lukasser - ein Einser Maturand - vor, der zwar nicht sagt: „Herr Lehrer, ich weiß was“, sondern „Lieber Leser, ich weiß alles!“ Geradezu lächerlich ist es, wenn der Autor ganz zum Schluss seines Buches beschreibt, wie sein „Monster“ Hanns Alverdes (diese Figur entspringt - wie vieles andere - der Fantasie des Autors) fast siebzig Jahre Zeitgeschehen sowie Zeitzeugen im vergangenen Jahrhundert, quasi aussaß. An dieser Stelle habe ich den Eindruck, dass der Autor seinem Leser nochmals kundtun bzw. auf die Augen drücken will "Mein lieber das hat sich alles ereignet und davon habe ich Dir erzählt. Und wenn Du brav und aufmerksam gelesen hast, hast Du bestimmt alles mitbekommen!“ Zusätzlich gefällt mir nicht, wie der Autor das Verhalten seiner Charaktere einfach behauptet, ohne es nur ansatzweise zu erl…

Dee Brown und Helmut Degner: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses - Sachbuch -

Ein Muss für alle Indianerfreunde und Verfechter der Menschenrechte. Es ist erschreckend zu sehen und mitzuerleben wie Völkermorde bis in unsere heutige Zeit - zum größten Teil unsanktioniert - weitergehen, als hätte es Folter und Massaker an den Indianern und anderen Ethnien nie gegeben.

Azar Nafisi und Maja Ueberle-Pfaff: Lolita lesen in Teheran - Sachbuch -

Dieses Sachbuch ist quasi eine Weiterführung des Themas "Unterdrückung der Frauen in einem fanatischen islamischen Staat" aus dem Roman "Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini. Die Autorin Azar Nafsi, sie ist Professorin für Englischsprachige Literatur, beschreibt wie der Staat Iran den islamischen Glauben instrumentalisiert um die Frauen seines Landes zu unterdrücken. Zusätzlich erfährt man viel über Angelsächsische Romane und ihre Autoren. - Frau Nafsi hat mich auf viele Werke neugierig gemacht, von denen ich jetzt einige lesen werde. Es ist einfach interessant, wenn ein Buch dazu anregt, weitere - fast zwingend - zu lesen.

Rüdiger Safranski: ROMANTIK - Eine deutsche Affäre - Sachbuch

In diesem Buch finden sich eine informative Darstellung der Romantik sowie weitere interessante Aspekte und Analysen zu diesem Thema. Safranskis Thesen und Schlussfolgerungen sind für mich nicht immer unbedingt nachvollziehbar, aber wer sich grundsätzlich für die Epoche der Romantik interessiert ist, bei diesem Autor nicht schlecht aufgehoben.