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Anuk Arudpragsam: Die Geschichte einer kurzen Ehe

In seinem literarisch anspruchsvollen und großartig geschriebenen Debütroman von 2017 erzählt der junge Autor, Anuk Arudpragasam, der tamilischen Glaubens ist, eine bewegende Liebesgeschichte, die an einem Tag während des Bürgerkrieges in seinem Heimatland Sri Lanka spielt. Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so in ihren Bann gezogen wie diese, sodass ich die 220 Seiten dieser Taschenbuchausgabe fast auf einen Rutsch las!
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Anuk Arudpragsam: Die Geschichte einer kurzen Ehe

In seinem literarisch anspruchsvollen und großartig geschriebenen Debütroman von 2017 erzählt der junge Autor, Anuk Arudpragasam, der tamilischen Glaubens ist, eine bewegende Liebesgeschichte, die an einem Tag während des Bürgerkrieges in seinem Heimatland Sri Lanka spielt. Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so in ihren Bann gezogen wie diese, sodass ich die 220 Seiten dieser Taschenbuchausgabe fast auf einen Rutsch las!

Franz Josef Strauss: Erkenntnisse – Standpunkte – Ausblicke / Sachbuch

Dieses Sachbuch mit fast 600 Seiten, das 1985 bei Bruckmann in München zum 70. Geburtstag des Jubilars Strauß mit Beiträgen von über 40 bekannten und eher weniger bekannten Personen des damaligen Zeitgeschehens plus Fotos mit dem Objekts Franz Josef, fiel mir auf einem Flohmarkt in die Hände. Ich öffnete es und begab mich für acht Tage auf eine interessante Lesereise in die politische Vergangenheit der alten BRD, die ich als Kind und junger Erwachsener erlebte. Ganz nebenbei hatte ich manches Déjà-vu-Erlebnis, bei dem mir an der einen oder anderen Stelle ein Knopf zum damaligen Zeitgeschehen aufging. Außerdem wurden mir in diesem Kontext im Nachhinein, Sachverhalt bzw. die eine oder andere politische Situation sowie die getroffenen bzw. nicht getroffenen Entscheidungen dazu klarer. Fazit: Mein Nostalgietrip hat sich gelohnt!

Johann Bauer: Onkel Amerika und die wundersamen Jahre der Symetrie

Diese Geschichte spielt in der kleinen Bergbaustadt Penzberg im Alpenvorland in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie beschreibt aus der Sicht eines Jungen die gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Im Mittelpunkt der Geschichte steht sein „Onkel Amerika“ der Bruder seiner Mutter, der die Sehnsucht der Einheimischen nach dem gepriesenen Land des wirtschaftlichen Wohlstands verkörpert und dieses mit einem Ami-Schlitten dokumentiert. Der Autor, der in diesem kleinen „rußigen“ Industrieort aufgewachsen ist, erzählt seine Geschichte und die seiner Familien und allen anderen Einwohnern mit ihren großen und kleinen Sorgen und unerwartenden Geheimnissen sehr lebendig und einfühlend. Wer in dieser Zeit gelebt hat bzw. Aufgewachsen ist, hat bei den gesellschaftlichen Beschreibungen des Alltags sicherlich das ein oder andere Déjà-vu-Erlebnis und fühlt sich in die Zeit zurückversetzt, so wie es mir an der einen oder anderen Stelle ergi…

Fernan Cabllero (Cecilia Böhl de Faber): Die Möwe

Die spanische Schriftstellerin Cecilia Francisca Josefa Böhl de Faber Larrea wurde als Tochter eines Deutschen am 24.12.1796 in der Schweiz geboren. Sie schrieb unter dem Pseudonym Fernán Caballero, weil ihr klar war, dass man sie als schreibende Frau nicht Ernst nahm. Sie starb am 07.04.1877 in Sevillia, Spanien. In ihrem o. g. Roman zeichnet die „Multikulti“ Autorin eine Art Sittengemälde, das die Stellung einer Frau aus der Oberschicht beschreibt, an dem sich eine Leserin aus „besseren“ Gesellschaftlichen Kreisen zu orientieren hatte. Fazit: Gut zu lesende Unterhaltungsliteratur mit literarischem Anspruch, die Einblicke in längst vergangen Zeiten gibt und zur Reflektion anreget.

Hubert Schleichert: Wie man mit Fundmentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren

Hubert Schleichert: Wie man mit Fundmentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren
Der 1935 geborene Wiener Philosoph beschäftigte sich u. a. mit Argumentationsphilosophie, was er in seinen o. g. Aufzeichnungen, die ich nur empfehlen kann, bestens dokumentiert. Anstatt einer Rezension möchte ich Schleichs unten stehenden Absatz rezitieren, der für mich eine hervorragende Anleitung darstellt, mit Menschen umzugehen, die meinen sie haben „Die Wahrheit“, aus welchen Gründen auch immer, für sich gepachtet und müssten sie anderen aufoktroyieren!
„Ideologien, Religionen, Schwärmereien, Visionen, Dogmen, Doktrinen, Glaube und Aberglaube, Orthodoxien, Häresien und was der gleichen noch alles geben mag, die zu Verletzungen der Menschenrechte anleiten oder dieselben verharmlosen, soll man attackieren – auch dann, wenn sie sich im Moment lammfromm geben. Denn die Erfahrung lehrt, dass man in diesen Dingen, überhaupt nicht misstrauisch genug sein kann. Deshalb soll man jeden…

Sybille Berg: GRM. Brainfuck

„Schöne neue Welt“ Huxley lässt grüßen! Allerdings ist die Welt, die Sybille Berg in ihrem in Großbritannien spielenden Roman aufzeichnet, um einiges autokratischer: Algorithmen übernehmen die Macht über die Menschheit. Hinzu kommt Brainfuck. Das ist die permanente Überflutung der Gehirne durch massenhafte Informationen! Allerdings sorgen vier Kinder für Gegenwehr; denn sie spielen das Spiel des Neoliberalismus nicht mit. Sie lehnen sich zudem dagegen auf, dass Menschen zur Perfektionierung der Überwachung Chips eingepflanzt werden! Der Halt der Kinder ist Grime (GRM), die größte musikalische Revolution seit dem Punk. Bergs eingängige Sprache entwickelt in ihrer apokalyptischen Story einen unheimlichen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Und wenn man zwischen den Zeilen liest, ist unschwer zu erkennen, dass unsere Gegenwart von Bergs Vision eines perfekten Überwachungsstaats, vielleicht weniger trennt, als wir meinen.