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Othmar Franz Lang: Rufe in den Wind

Langs Art zu schreiben würde ich als programmatische Literatur bezeichnen, weil sie nur eine Zielsetzung hat, nämlich den Leser von seiner eigenen Vorstellung zu überzeugen! Räume zum selbstständigen Denken lässt er seinem Leser nicht, sondern ganz im Gegenteil, er stößt ihn quasi mit der Nase auf seine Botschaft. In diesem Fall: Heimkinder sind soziale Außenseiter und geraten schnell auf die schiefe Bahn. Diese Aussage ist bestimmt nicht falsch, aber wenn mir der Autor das über mehr als 100 Seiten einbläuen will, mache ich zu und sicher viele andere Leser ebenfalls. Schade, dass dieses wichtige und brisante Thema so plump daherkommt. In diesem Kontext fällt mir noch Jürgen Breest mit dem Roman "Schade, dass du ein Miststück bist" ein und mit Abstrichen Martin Andersen Nexö, von dem ich "Ditte Menschenkind" las. Zu "Rufe in dem Wind" sei noch bemerkt, dass dieser Roman bei dtv Junior 1983 in einer Jugend-Reihe erschienen ist, die das Motto "Die Reihe für junge Menschen, die Mitdenken wollen" trägt. Mitdenken?, na ja ...

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