In ihrem Sachbuch „Gerade dadurch sind sie
mir lieb. Theodor Fontanes Frauen.“ Beleuchtet Christine von Brühl
diesen Aspekt des literarischen Schaffens Fontanes. Ich denke, dass ich
Brühls Aufzeichnungen bald „studieren“ werde. Zu „Mathilde Möhring“,
eine starke Frau mit einem festen Willen, lässt sich sagen, dass sie,
die aus einfachen, eher prekären Verhältnissen stammt, sich mit ihrem
starken Willen, intellektuellen Fähigkeiten und den Glauben an sich
selbst schnell in der („Männer-)Welt, zunächst als Ehefrau und später,
nach dem Tod ihres Mannes, als Lehrerin gesellschaftlich zu Ende des 19.
Jahrhunderts etablieren konnte. Ihr wankelmütiger Mann profitierte,
allerdings stark von seiner couragierten auftretenden Frau, als er es
mit Mathildes Unterstützung zu dem Amt eines Bürgermeisters brachte. Wer
Fontane versteht erkennt in ihm einen emanzipatorischen, mit spitzer
Feder schreibenden Aufklärer, der seiner Zeit ein ganzes Stück voraus
war!
Ein Meisterwerk der Weltliteratur! Ein grandioser Diskurs um das Ich. Der Held dieses Buches mit dem Namen Vitangelo Moscarda und Träger einer schiefen Nase will frei sein. Bei diesem Versuch landet er in der Psychiatrie und findet, dass man nur wirklich frei wird, wenn man sich permanent neu erfindet!
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