„Schöne neue Welt“ Huxley lässt grüßen! Allerdings ist die Welt, die
Sybille Berg in ihrem in Großbritannien spielenden Roman aufzeichnet,
um einiges autokratischer: Algorithmen übernehmen die Macht über die
Menschheit. Hinzu kommt Brainfuck. Das ist die permanente Überflutung
der Gehirne durch massenhafte Informationen! Allerdings sorgen vier
Kinder für Gegenwehr; denn sie spielen das Spiel des Neoliberalismus
nicht mit. Sie lehnen sich zudem dagegen auf, dass Menschen zur
Perfektionierung der Überwachung Chips eingepflanzt werden! Der Halt der
Kinder ist Grime (GRM), die größte musikalische Revolution seit dem
Punk. Bergs eingängige Sprache entwickelt in ihrer apokalyptischen Story
einen unheimlichen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Und wenn
man zwischen den Zeilen liest, ist unschwer zu erkennen, dass unsere
Gegenwart von Bergs Vision eines perfekten Überwachungsstaats,
vielleicht weniger trennt, als wir meinen.
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen