Diese Geschichte spielt in der kleinen Bergbaustadt Penzberg im
Alpenvorland in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie
beschreibt aus der Sicht eines Jungen die gesellschaftlichen und
ökonomischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Im Mittelpunkt der
Geschichte steht sein „Onkel Amerika“ der Bruder seiner Mutter, der die
Sehnsucht der Einheimischen nach dem gepriesenen Land des
wirtschaftlichen Wohlstands verkörpert und dieses mit einem
Ami-Schlitten dokumentiert. Der Autor, der in diesem kleinen „rußigen“
Industrieort aufgewachsen ist, erzählt seine Geschichte und die seiner
Familien und allen anderen Einwohnern mit ihren großen und kleinen
Sorgen und unerwartenden Geheimnissen sehr lebendig und einfühlend. Wer
in dieser Zeit gelebt hat bzw. Aufgewachsen ist, hat bei den
gesellschaftlichen Beschreibungen des Alltags sicherlich das ein oder
andere Déjà-vu-Erlebnis und fühlt sich in die Zeit zurückversetzt, so
wie es mir an der einen oder anderen Stelle erging. Aber auch
Nachgeborenen bietet diese Geschichte mit einem unerwartenden Ausgang
gute Unterhaltung mit Einblicken in eine längst vergessene Zeit, die
man, wenn man sie nicht selbst erlebt hat, wahrscheinlich nur schwer
vorstellen kann.
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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