"Grau und trübe brach der Tag an." "Und die Sonne schien." Zwischen
dem ersten und dem letzten Satz, dieses Entwicklungsromans, in dem sich
biographische Bezüge zum Autor finden, liegen 700 Seiten. Die erwähnten
Sätze sind ein Spiegelbild der Gemütslage des Protagonisten und
verdeutlichen, dass sich für ihn trotz vieler Turbulenzen am Ende alles
zum Guten fügt. Obwohl die Story konstruiert und vorhersehbar ist, ist
der Roman für mich ein lesenswerter Klassiker des oben genannten Genres,
weil er nicht zuletzt, so denke ich, sehr präzise die sozialen
Lebensverhältnisse der Menschen um die vorletzte Jahrhundertwende in den
Metropolen Paris und vor allem in London beschreibt. Und dieses
wiederum erinnert mich an Charles Dickens, der u. a. offensichtlich ein
schriftstellerisches Vorbild für W. Somerset Maugham war.
Ein Meisterwerk der Weltliteratur! Ein grandioser Diskurs um das Ich. Der Held dieses Buches mit dem Namen Vitangelo Moscarda und Träger einer schiefen Nase will frei sein. Bei diesem Versuch landet er in der Psychiatrie und findet, dass man nur wirklich frei wird, wenn man sich permanent neu erfindet!
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