Der Erzähler der sehr guten literarischen Geschichte und des höchst
politischen Romans, der sich mit der französischen Vergangenheit in der
Zeit der deutschen Okkupation befasst und mit jüdischen und
antijüdischen Klischees spielt, ist der junge Raphael Schlemilovitch.
Der Autor Patrick Modiano, geb. 1945, zeigt in seiner sehr lesenswerten
Story auf, dass Antisemitismus kein rein groß-deutsches Thema war,
sondern z.B. auch in Frankreich grassierte und durch die
Vichy-Regierung, die mit Hitler paktierte, zum Ausdruck kam. Allerdings
sieht Modiano in politischen Äußerungen auch Israel durchaus kritisch
und begründet dies damit, dass das Land gegenüber seinen Nachbarn hoch
militaristisch aufgerüstet ist.
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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