Ein einfach gestrickter Plot der sich über 400 Seiten (stellenweise
wie K a u g u m m i) zieht. Zufälle über Zufälle sind aneinandergereiht.
Und am Ende stehen eine tote Frau, die mit allen Mitteln und
körperlichen Einsatz nach Reichtum strebte, und der von ihr über
Jahrzente an der Nase herumgeführte Ich-Erzähler, ein als Übersetzer und
Dolmetscher arbeitender Kleinbürger. Liebeskomik statt Liebesromantik,
Allerwelts- statt Weltliteratur. Ich bin der Ansicht, dass dieser Roman
kein Ruhmesblatt für einen Literatur-Nobelpreisträger ist. Llosas "Tante
Julia und der Kunstschreiber" gefiel mir beisiepielsweise sehr gut, da
ich ihn als schräg und humorvoll empfand. Aber letztendlich lässt sich
selbst zum "bösen Mädchen" noch sagen, dass sogar das schlechteste Buch
seine gute Seite hat, nämlich "die letzte"
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen