Dieser kurze faszinierende und letzte Roman von Márquez, erschienen
2004, stellt sich für mich nach seinem Tod wie ein grandioser Abgesang
dar, sowie nur er ihn hat verfassen können. Ein Greis von 90 Jahren, der
sein ganzes Leben lang für Sex bezahlt hat, entdeckt die Liebe: „An
jenem Abend, wieder daheim ohne Katze und ohne Delgadina, stellte ich
fest, dass Sterben nicht nur im Bereich des Möglichen lag, sondern dass
ich, alt und mutterseelenallein, gerade dabei war, vor Liebe zu
sterben.“ (S. 119). Eindrucksvoller lassen sich Vergänglichkeit und
Liebe nicht beschreiben!
Ein Meisterwerk der Weltliteratur! Ein grandioser Diskurs um das Ich. Der Held dieses Buches mit dem Namen Vitangelo Moscarda und Träger einer schiefen Nase will frei sein. Bei diesem Versuch landet er in der Psychiatrie und findet, dass man nur wirklich frei wird, wenn man sich permanent neu erfindet!
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