Eher zufällig las ich im Anschluss an Philip Roth Thomas Pynchon, den
ebenfalls amerikanischen Autor, der nur vier Jahre nach Philip Roth geboren
wurde, aber eine vollkommen andere „Schreibe“ als dieser an den Tag legt. In
seiner mehr als 1000 Seiten umfassenden Story, die im Stil einer
historiografischen Metafiktion geschrieben ist, erzählt er von den Briten
Charles Mason, einem Vermessungsingenieur, und dem Astronomen Jeremiah Dixon,
die in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts die Grenzlinie zwischen den Nord-
und Südstaaten Amerikas, auch bekannt als Mason-Dixon-Linie, zogen. Anders als
bei einem klassischen historischen Roman, vermischen sich bei Pynchon reale und
fiktive Fakten und lassen ihn, zu einem lebendigen Ganzen werden, in dem auch
über Geschichte reflektiert wird, sodass man als Leser ziemlich herausgefordert
ist, das ein oder andere zu hinterfragen. Zudem sind Inhalt und Stil sehr
spannend und lassen trotz der Erzählfülle keine Langeweile aufkommen. Für mich
war Pynchons Roman eine wunderbare Urlaubslektüre, die ich allen empfehlen
kann, die außer Lust auch Zeit, für ein nicht alltägliches Leseerlebnis haben.
Ein Meisterwerk der Weltliteratur! Ein grandioser Diskurs um das Ich. Der Held dieses Buches mit dem Namen Vitangelo Moscarda und Träger einer schiefen Nase will frei sein. Bei diesem Versuch landet er in der Psychiatrie und findet, dass man nur wirklich frei wird, wenn man sich permanent neu erfindet!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen