Der britischer Kunsthistoriker und Direktor des British Museums
wirft als Außenstehender einen Blick auf unsere bunte und zum Teil
mosaikhafte politische Geschichte und vermittelt uns Deutschen mit
seiner neutralen Sichtweise einen Blick auf uns und unsere Nation, wobei
er an der ein oder anderen Stelle zwangsläufig auch die Österreicher
nicht ausspart. Insgesamt bietet seine 500 Jahre umfassende deutsche
bzw. europäische Kultutrgeschichte dem Leser das ein oder andere
Déjà-vu-Erlebnis. Darüber hinaus zeigt sie, wie leicht sich Geschichte, und damit auch
immer wieder Tragödien, wiederholen können, wenn man nichts aus ihnen
lernt bzw. in altes Freund- und Feinddenken sowie Nationalismen
zurückfällt. Wie immer werden wahrscheinlich diese leicht zu
verstehenden und eingehenden Erläuterungen nur die Menschen lesen, die
sich sowieso immer schon mit deutscher Geschichte und ihrer oft
grausamen Vergangenheit, die vor allem auch in seinen Kleinstaaten
auftrat, eher kritisch befasst haben. Allerdings muss man nach der
Lektüre sein Haupt nicht mit Asche bestäuben, sondern man sollte
aufrecht und mit einem klaren Blick in die Zukunft schauen, um aus der
Vergangenheit, die auch durchaus positive Seiten hatte, zu lernen.
Leider bietet ein Blick auf die aktuelle deutsche und europäische
Gegenwart keine Hoffnung auf Besserung, weil die ewig Gestrigen wieder
das Heft in der Hand zuhaben scheinen. Siehe dazu ganz aktuell
Österreich und Co.!
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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