Imre Kertész erzählt in seiner kleinen Novelle von einer Bahnfahrt,
bei der er in eine Auseinandersetzung mit einem Zollbeamten geriet. Für
Kertész verkörpert dieser einen repressiven Staat, in dem dessen Bürger
unfrei sind und trotz politischer Veränderungen unfrei bleiben werden,
weil die Menschen es seit Generationen gewohnt sind, unterdrückt zu
werden und aufgrund dieser Tatsache, mit dem Zustand der Freiheit nichts
anzufangen wissen. Peter Esterházy geht in seiner Geschichte auf die
Ausführungen seines Kollegen Kertész ein und erklärt, dass die Tatsache
unterdrückt zu werden, eine Furcht in sich birgt, die auch ihm bekannt
sei. Weiter schreibt er: „… fürchten kann man sich nicht von Fall zu
Fall, fürchten kann man sich nur immer fort." So wird es sein! Und
Bezüge zur aktuellen Gegenwart sind mit Blick auf einige europäische
Länder nicht zu übersehen!
Ein Meisterwerk der Weltliteratur! Ein grandioser Diskurs um das Ich. Der Held dieses Buches mit dem Namen Vitangelo Moscarda und Träger einer schiefen Nase will frei sein. Bei diesem Versuch landet er in der Psychiatrie und findet, dass man nur wirklich frei wird, wenn man sich permanent neu erfindet!
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