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Henry David Thoreau: Walden Ein Leben mit der Natur

Neuengland 1845! Ein Dichter geht ab in die Büsche, sprich in die Natur, um dort für zwei Jahre zu leben. Er schildert in literarischer Form und anschaulicher Art seine Erlebnisse am Waldensee in Massachusetts, wo er Kontakt zu Flora und Fauna sucht. Zudem reflektiert er sein Dasein und das seiner Mitmenschen. Er ist erstaunt über den so genannten Fortschritt, z. B. den Bau von Eisenbahnen, und steht ihm kritisch gegenüber. Was würde der gute Mann erst heute sagen? Besonders interessant finde ich die Passagen in denen er mit seinen Zeitgenossen ins Gericht geht, vor allem mit den schlichten Gemütern, die nur an der Oberfläche leben, denen jeglicher Tiefgang fehlt und die im Grunde nur wie Frösche in Tümpeln quaken. Entsetzlich ist, dass diese Quäkerei in unserem Zeitalter von Fernsehen, Internet und Co. leider ein Dauerzustand ist! Der Autor empfiehlt beispielsweise Bücher zur Auffrischung des Geistes und rezitiert an der einen oder anderen Stelle aus einigen. Wobei er, so könnte man kritisch anführen, hin und wieder mit seiner humanistischen Bildung einwenig prahlt, die er offensichtlich in erster Linie in seiner Lehrerausbildung genossen hat! Insgesamt haben mir Thoreaus Ausführungen aber sehr gut gefallen, vor allem seine Naturbeobachtungen. Auch ich gebe mich ihnen gern bei passender Gelegenheit hin. Auf dieses Buch wurde ich erst durch Barbara Lichs „Der Walden – Field Guide“ aufmerksam, obwohl ich mich eigentlich schon lange für alternative Lebensformen interessiere und Diverses darüber las. Nicht nur für Aussteiger, sondern auch für "Ausgeher" ist dieser Bericht aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts lesenswert!

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