Gehört! Preußens Luise: Man betrieb mit ihr Personenkult, sie wurde zur
Heiligen verklärt, sie diente als weibliches Rollenmodell, der Mensch
Luise, ein zwiespältiger Charakter, blieb auf der Strecke. Aber auch zur
Manifestierung Preußens und des Kaiserreichs mit Wilhelm I. an der
Spitze, dessen Mutter sie war, musste sie als Ikone herhalten. Nach ihr
wurden z.B. viele Schulen für Mädchen im ganzen Reich benannt. Auch in
meiner Geburtsstadt gibt es bis heute eine Luisenschule, aber dass der
Name auf Preußens Luise zurückgeht war mir nicht bekannt. So lernt man
selbst beim Autofahren dazu und fühlt sich informativ und kurzweilig
unterhalten. Selbst de Bruyns Stimme kann sich hören lassen.
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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