Eigentlich hatte ich, als ich dieses Taschenbuch in einer
Buchhandlung in die Hand nahm und hineinblätterte, eine eher
wissenschaftliche Abhandlung zum Thema Shakespeare erwartet. Allerdings
hätte ich aber schon ahnen können, als ich den Aufkleber "Spiegel
Bestseller" sah, dass es wohl damit nicht so weit her sein kann. Recht
bald spürte ich, dass Frank Günther Shakespeare quasi lebt. Er übersetzt
seinen Lieblingsautor bereits seit 40 Jahren und lässt auf ihn nichts
kommen. Gekonnt und argumentativ schlägt er beispielsweise bis in
kleinste Details die Anfechtungen gegen die dogmatischen Kritiker, die
Shakespeare die Autorenschaft seiner zahlreichen Dramen absprechen,
nieder und weist ihnen Verleumdnungsphantasien nach. Dieses Buch ist
wirklich unterhaltend, spannend, aktuell und sogar lehrreich
geschrieben. Kurzum: Günther macht (auch Laien) Bock auf Shakespeare!
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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