Dieser großartig geschriebene Roman, der von den Unzulänglichkeiten
und Schwächen der Menschen am Beispiel des Individuums Coleman Silk,
einem Uniprofessor, erzählt, der ein halbes Leben lang seine wahre
Identität verleugnete und seiner Familie und allen anderen - aber vor
allem auch sich selbst - etwas vorspielte bis zu dem Zeitpunkt, als
seine wahre Herkunft entlarvt wird, hat mich von der ersten bis zur
letzten Seite in seinen Bann gezogen! Die Geschichte erzählt aber nicht
nur von der menschlichen Schwäche des Protagonisten, sondern, für mich
beispielhaft, von der aller Menschen und blickt ihnen dabei tief in ihre
Seelen, die sich aber nie vollkommen ergründen lassen, auch die eigene
nicht! So bleibt der Mensch für andere und sich selbst ein ewiges
Rätsel. Großartiger als Philip Roth dieses Mysterium zu Papier bringt,
lässt es sich meiner Meinung nach nicht erzählen!
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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