Der portugiesische Literaturnobelpreisträger von 1998, ein
bekennender Atheist, liefert mit diesem, seinem letzten, eher kurzen
Roman, eine wunderbare Persiflage auf die Bibel. Saramagos Geschichte
steckt voller Einfallsreichtum und Fantasie, aber auch Ironie, da er
Kain, den Mörder seines Bruders Abel als Protagonist zeigt und ihn auf
eine Zeitreise durch die Jahrhunderte schickt. Saramago mokiert sich
meiner Ansicht nach zu Recht, über den zornigen und strafenden Gott, der
auf brutale Art und Weise den Menschen seinen Willen aufzwingt. Ich
fühlte mich hervorragend unterhalten und amüsierte mich köstlich!
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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