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Bret Easton Ellis: American Psycho

Ist ein Klassiker, der auf satirische Art und Weise den amerikanischen Traum von Wohlstand und Ruhm pervertiert, der hier in der Gestalt des gut aussehenden erfolgreichen Yuppies und skrupellosen Serienkillers Pattrick Batemann personifiziert ist. Trotz oder sogar gerade wegen der großen Brutalität, die eher unvermittelt und banal daherkommt und eigentlich eine Antwort des Protagonisten auf seinen Bankerjob ist, in dem er sich genauso wie in seiner Freizeit, in der nur Äußerlichkeiten, wie persönliches Aussehen, teure Markenoutfits und heiße Girls zählen, nicht zurecht kommt, fesselte mich Ellis schriftstellerisch sehr anspruchsvolle Story von der ersten bis zur letzten der 549 Seiten! Insgesamt ist die Pattrick Batemanns Lebensgeschichte, die alles in allem wie eine gelungene literarische Komposition auf mich wirkte, ein großer Hilferuf eines kranken unreifen Psychopaten, wie ihn nur der ausufernde und alles menschliche sprengende Neokapitalismus hervorbringen kann, und beweist zudem wieder einmal die Banalität, dass Geld allein nicht glücklich macht. Aber ob diese Erkenntnis jemals bei den Menschen ankommt, bis der letzte „Mohikaner“ ausgegeben ist, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

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