Es ist eine gut geschriebene, interessante und
nicht alltägliche Geschichte, die von mehreren Generationen einer Familie
handelt. Erzählt wird sie aus der Sicht einer Frau mittleren Alters aus der dritten
Generation. Interessant sind die Verknüpfungen und die immer wieder
auftauchenden Parallelen zwischen den verschiedenen Generationen. Die
Verknüpfungen und Parallelen werden in unchronologischen Episoden erzählt und
ergeben am Schluss ein komplettes Ganzes, das mich überzeugte! Allerdings
fühlte ich mich als Mann beim Lesen dieser Geschichte (das ist mir bei
„Frauen-Literatur“ noch nie passiert) ein bisschen wie ein Eindringling, sogar
fast wie ein Voyeur, weil sie - erzählt aus der Sicht einer Frau - sehr
weibliche Perspektiven, Sichtweisen sowie Animositäten (besonders zwischen
Schwestern und Freundinnen) beschreibt. Eigentlich mag ich keine Klischees.
Aber es stimmt einfach: Frauen ticken anders als Männer! (Allerdings ist es aber
durchaus gut, dass dem so ist.) Darüber hinaus ist der Roman auch ein Bekenntnis zur
Heimat, in diesem Fall zur norddeutschen Tiefebene. Und es zeigt sich einmal
mehr, dass Regionen Menschen prägen.
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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