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Eva Leidmann: Wie man sich bettet / Volker Weidermann: Das Buch der verbrannten Bücher

Eva Leidmann: Wie man sich bettet
Diese Geschichte, eine Milieustudie, erzählt von einem Dorfmädchen mit dem Namen Fanny, das sich als Kellnerin in einem Münchener Wirtshaus ihr Geld verdient. Sie ist resulut und lernt recht bald, wie sie mit den "Mannsbildern" umzugehen hat, sodass ihr diese nicht auf die Nase steigen. Allerdings konnte sie den Kontakt mit ihnen offentsichlich nicht ganz vermeiden, denn sie wird  schwanger! Das Buch ist von 1933 und wurde, wohl aus sittlichen Gründen, ebenso wie "Auch meine Mutter freute sich nicht", ein weiters Werk dieser Autorin, von den Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 verbrannt!


Aufmerksam geworden auf Eva Leidmann bin ich durch den bereits erwähnten Volker Weidermann, der bei Kiepenheuer & Witsch 2008 "Das Buch der verbrannten Bücher" veröffentlicht hat.
Klappentext: "10. Mai 1933. In Deutschland brennen Bücher. Dieses Sacbuch erzählt erstmals die Lebensgeschichten aller Autoren, deren Werke damals in Flammen aufgingen. Es erzählt die Geschichte jener Nacht im Mai und die Geschichten der Bücher, die für immer ausgelöscht werden sollten. Es ist ein Buch gegen die Auslöschung, ein Buch voller unglaublicher Geschichten. Ein Dokument gegen das Vergessen."
Dieses Sachbuch ist höchst aufschlussreich und sehr interessant. Wer sich mit dem Thema Nationalsozialismus und Kunst bzw. Literatur auseinandersetzen will, dem sei es unbedingt empfohlen!

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