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Martin Mosebach: Mogador

Ich beendete diesen Roman, in dem ein betrügerischer Banker auf der Flucht ist, nach knapp 100 Seiten, weil ich mich von banal aneinander gereihten und teilweise frauenfeindlichen Metaphern bzw. Plattitüden, erschlagen fühlte, die meinen Lesefluss permanent bremsten und mir die vielleicht gar nicht unspannende Story verleideten!
(Siehe unten!)
- „Wenn Elf sein schwarzes Sportcoupe aus der Firmengarage ans Licht aufsteigen ließ – der Motor schnurrten wie ein Kater -,… S. 75 Mitte!
“… vom Rauch umweht wie ein Geist, der soeben der Flache entstiegen ist.“ S. 75 Unten!
- „Ich bin nicht so alt, wie ich aussehe…“ S. 81 Mitte
- „Sie brachte, leicht vornüber gebeugt, sodass ihre unter einem T-Shirt verborgenen Brüste beinahe mit im Obstkorb bei den Orangen lagen, das Dessert, ihre Gäste dabei kritisch musternd.“ S. 79 Mitte
- „Als sie durch den Raum lief, auf kleinen bloßen Füßen die Kugelmassen ihres Körpers balancierend, bot sie Patrick auch den Anblick ihres Hinterteils, das zum Erstaunen groß und in der aus weichem Stoff sie umfließende Hose kreisrund erschien - er dachte an eine aus trigonometrischern Körpern zusammengefügte Figurine von Oskars Schlemmers Triadischmem Ballet. S.97 Unten

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