Dieser zweite Roman des Autors erschien 2005. Vordergründig geht es
um den 11. September 2001. Oskar ein aufgeweckter und hochbegabter
achtjähriger Junge (das Alterego des Autors?) hat beim Einsturz des
World Trade Centers seinen Vater verloren. Verständlicherweise fällt ihm
dieser Verlust sehr schwer und er versucht ihn auf seine ganz spezielle
Art und Weise zu verarbeiten. Am Schluss gelingt ihm dieses mit der
Hilfe seines plötzlich auftauchenden, vermeintlich verschollenen,
Großvaters. Sehr bald erkennt der Leser, dass Foers Story, die über
verschiedene Erzählstränge verfügt, sich grundsätzlich mit den Themen
Tod, Trauer, Einsamkeit aber auch Liebe auseinandersetzt und vor allem
für intellektuelle Leser eine Hilfe sein kann, den plötzlichen Verlust -
wodurch auch immer - eines ihm nahestehenden Menschen vielleicht zu
begreifen. Man merkt diesem Roman an, dass er durch und durch konzipiert
ist und der o. g. Termin ganz bewusst als Aufhänger gewählt ist, damit
viele Leser auf ihn neugierig werden. Bei einem x-beliebigen
Allerweltsdatum wäre dies sicher nicht der Fall gewesen! Aber trotz
meiner aufgeführten eher kritischen Anmerkungen, besticht Foers Roman
durch seine mit Humor und Ironie gespickte großartige Erzähl- aber auch
Darstellungsart, denn für den Leser gibt es überraschenderweise sogar
einiges anzuschauen.
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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