Dieser dänische Autor (1869-1954) war mir vollkommen unbekannt. In der
ehemaligen DDR ist er eine Größe gewesen, im Westen verschwieg man ihn
offensichtlich. Das lag sicherlich daran, weil er Kommunist war. Der
Autor kann sich stilistisch und sprachlich durchaus mit einigen
literarischen Größen wie Stefan Zweig oder Joseph Roth vergleichen
lassen. Weltliteratur, wie auf dem Klappentext behauptet, ist es
allerdings für mich nicht. Was leider des Öfteren bei der sehr berührenden
Geschichte über eine Frau, die von Anfang an im Leben aus
gesellschaftlichen Gründen keine Chance hat, nervt, ist die
sozialistische Arbeiterideologie, die der Autor seinem Leser permanent
einhämmert. Ich war immer wieder versucht mit dem Autor ein Zwiegespräch
zu führen und ihm zu sagen: „Ich verstehe Dich, Du hast ja Recht! Aber
bitte, jetzt reicht es!“ Trotzdem lautet mein Fazit: Lesenswerte
Arbeiterliteratur ohne Hoffnung (das ist allerdings mit der Zeit sehr
deprimierend), die beeindruckend das Leben der besitzlosen Klasse der
damaligen Zeit beschreibt!
Das Buch, welches mir von einem Rankin-Fan empfohlen und ausgeliehen wurde, bietet eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und Allgemeinplätzen sowie jede Menge an platten Sätzen wie folgende: „Der Gangster bleckte grinsend ein kostspieliges Gebiss. Dann sog er schnüffelnd die Luft ein und schlenderte zur anderen Seite der Brücke.“ Lese-Qual statt Lese-Vergnügen, Zumutung statt Unterhaltung!
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